Quelle: Foto: GEPA – The Fair Trade Company/A. Welsing
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Diese zwei machen es vor: Frauen als Unternehmerinnen im Fairen Handel

Kaffee und Geschenkboxen als eine Möglichkeit, Frauen zu unterstützen? Maxi stellt euch zwei Unternehmen vor, die sich mit ihrer Firmenphilosophie dem Fairen Handel und insbesondere der Förderung von Frauen verschrieben haben.

Maxi, 20 Jahre

Produkte, die nicht nur unser Leben schöner machen, sondern auch anderen Menschen, insbesondere Frauen, ein besseres Leben überhaupt erst ermöglichen?  In zwei Unternehmen in Honduras und in Südafrika wird dieses Konzept gelebt. Denn dort werden Kaffee bzw. Geschenkboxen hergestellt, die Frauen eine Chance auf ein besseres Leben ermöglichen.

Aprolma: Kaffeebäuerinnen werden zu Röstmeisterinnen

Honduras. Eine reine Frauenkooperative auf dem internationalen Kaffeemarkt – das ist eine Seltenheit. Das Fair Trade-Unternehmen Gepa hat zusammen mit ihrem Partner Aprolma in Honduras ein Röstprojekt gestartet, das es Frauen ermöglicht, Röstmeisterinnen zu werden und damit ihren Kaffee von der Bohne bis zum Endprodukt selbst zu produzieren. Ein riesiger Fortschritt für die Gleichberechtigung in Honduras! Oft ist die Geschichte der Frauen dort geprägt von Problemen wie häuslicher Gewalt. Der Anbau ihres Bio-Arabica, der zu den besten des Landes zählt, ermöglicht es den Frauen unabhängig und selbstbestimmt zu leben.

Früher haben die Bäuerinnen ihre Kaffee-Kirschen zu hochwertigem Rohkaffee für den Export verarbeitet. Aber sie wollten ihren Kaffee bis zum Endprodukt selbst verarbeiten. Zwölf Frauen haben sich im Rahmen des Projektes weitergebildet und dabei alles gelernt, was wichtig ist: Vom Rösten über Qualitätssicherung bis hin zum Verpacken und Etikettieren. Aber auch der Umgang mit Formularen und rechtliche Themen wurden vermittelt.

Die Präsidentin von Aprolma, Gladyx Hernández, ist begeistert vom gemeinsamen Röstkaffee-Projekt mit der Gepa:

Wir erzielen damit einen Mehrwert für unser Produkt und für unsere Organisation, um das Einkommen zu steigern und um den Lebensunterhalt für unsere Familien zu sichern.

Ein weiterer positiver Effekt: Durch den Fairen Handel bekommen die Frauen mehr Einkommen und können dadurch ihren Kindern eine bessere Schulbildung ermöglichen. Mehr Infos zu Aprolma gibt es auf der Website der GEPA.

„All Women Recycling“: Geschenkboxen aus recycelten Plastikflaschen

Südafrika. Zwei-Liter-Plastikflaschen umgestaltet zu kunterbunten Geschenkboxen – klingt unvorstellbar? Ist es aber nicht. Die Engländerin Lynn Worsely gründete 2009, zusammen mit acht Frauen aus mehreren Townships in Kapstadt, Südafrika,  die Organisation „All Women Recycling“. Viele von ihnen waren alleinerziehende und arbeitslose Mütter, die dank „All Women Recycling“ eine Möglichkeit bekommen haben, zu arbeiten und somit unabhängig zu sein.

Gründerin Lynn Worsely erklärt, wie das Unternehmen entstanden ist: „Ich habe nach einem Weg gesucht, Frauen vom Rande der Gesellschaft zu helfen und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu haben: durch Recycling“. Die PET-Flaschen werden von Mülldeponien und kommunalen Müllsammlern aufgekauft und von den Frauen in bunte, umweltfreundliche Geschenkboxen verwandelt. „Es ist so interessant Menschen zu beobachten, wie sie die Boxen öffnen und dann sagen: ‚Oh mein Gott, ist das wirklich eine Plastikflasche?'“, so Worsely weiter.

Das Unternehmen beschäftigt 13 Mitarbeiterinnen, alle in Vollzeit. Rund 350 Boxen werden jeden Tag produziert. 95 Prozent der Geschenkboxen werden in Länder wie Deutschland, den USA, Norwegen oder Australien exportiert, der Rest bleibt in Südafrika und wird dort vertrieben. Frauen, die meist seit mehr als zwei Jahren arbeitslos waren, werden bei „All Women Recycling“ die Fähigkeiten beigebracht, die man braucht, um diese Boxen herzustellen. Gleichzeitig lernen sie Grundlagen des Business Managements, sowie Grundlagen für ein gutes Leben und Verkaufskompetenzen.

Und der Erfolg gibt den Frauen Recht: 2016 und 2017 wurde „All Women Recycling“  von der Kapstadter Handelskammer zum besten Exporteuer des Jahres nominiert. 2017 kam außerdem der belgische Ministerpräsident Geerts Bougeois, um sich die Werkstadt der Frauen anzusehen. Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf der Website von „All Women Recycling“ (in Englisch)

Logo Faire WocheSchon gewusst?

2019 findet die Faire Woche zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ statt. Mit dem Thema will die Faire Woche zeigen, vor welchen Herausforderungen Frauen und Mädchen oftmals stehen und was der Faire Handel dafür tut, um das Menschenrecht der Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Mehr dazu erfahrt ihr auf der Website der Fairen Woche.

Die Faire Woche wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch MISEREOR und durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des

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