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Fair Einkaufen: Worauf musst du achten?

Yannic

Yannic, 21 Jahre

Gütesiegel, Zertifikate und Label: Bei fast jedem Einkauf begegnen sie einem. Schon lange lassen sie sich nicht mehr nur auf den Lebensmitteln im Supermarktregal finden. Auch Technik wird mittlerweile mit verschiedenen Labels beworben und im Internet entdeckt man durchaus auch schon „faire“ Urlaubsportale. Dass das Schlagwort „fair“ dabei prominent platziert wird, ist kaum verwunderlich. Denn bewusster Konsum liegt im Trend. Doch was ist eigentlich fair und worauf gilt es zu achten, wenn man wirklich fair einkaufen will?

Fairness im Welthandel

Anders als beim Label „Bio“ steht beim Fairen Handel nicht der ökologische Anbau im Vordergrund, sondern die Produzent*innen in ihren Herkunftsländern – obwohl die meisten fair gehandelten Produkte mittlerweile auch „bio“ sind. Vor allem in den Ländern des so genannten „Globalen Südens“ sollen durch den Fairen Handel die Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Und zwar so, dass beispielsweise auch die Arbeiter*innen auf den Bananenfarmen von den Früchten ihrer Arbeit  leben können. Denn die Schwankungen der Weltmarktpreise treffen die Kleinbauern und -bäuerinnen in den Entwicklungsländern teils erheblich. Sie zwingen die Produzent*innen dazu, ihre Waren zuweilen unter dem Produktionspreis und dem für den Lebensunterhalt notwendigen Mindestbetrag zu verkaufen.

Fair-Handels-Importeure und Organisationen wie Fairtrade, Banafair und viele andere steuern hier gegen und gehen mit den Produzent*innen langfristige Partnerschaften ein, bei denen auch bei niedrigen Weltmarktpreisen faire Preise gezahlt werden. Darüber hinaus setzen sie sich gemäß ihrer gemeinsamen internationalen Charta beispielsweise gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein oder unterstützen die Produzent*innen bei gewerkschaftlichen und sozialen Projekten.

Der Begriff „fair“ ist rechtlich nicht geschützt

Doch welche Kriterien genau erfüllt sein müssen, damit ein Produkt von Fair-Handels-Organisationen zertifiziert wird, ist von der einzelnen Organisation abhängig, die z.B. ein Fair-Trade-Siegel vergibt. Denn anders als das Label „bio“ ist „fair“ rechtlich nicht geschützt. Während es zwar für Bio-Produkte vorgegebene EU-Standards gibt, bestimmen die Organisationen des Fairen Handels ihre Kriterien jeweils selbst.

Der fehlende rechtliche Schutz führt auch dazu, dass sogar Unternehmen selbst Produkte als fair bewerben können. So wird der Begriff „fair“  teils unabhängig von der Idee des Fairen Handels verwendet und findet sich beispielsweise auch auf den Verpackungen hiesiger Fleischprodukte als Verweis auf faire Tierhaltung.

Problematisch wird es aber vor allem dann, wenn der Werbeslogan der Wirklichkeit nicht mehr entspricht und die Arbeitsbedingungen in der Realität alles andere als fair sind. Oder mit Fairem Handel geworben wird, ohne dass die Unternehmen transparent  machen, was sie unter Fairness im Welthandel verstehen. Das ist rechtlich nicht verboten und gerade deshalb auch eine beliebte Werbestrategie. Denn mit dem Etikettenschwindel lässt sich eine stetig wachsende Zielgruppe erreichen. So gaben in einer repräsentativen Umfrage des Forum Fairer Handel von 2018 23 Prozent der Befragten an,  regelmäßig fair gehandelte Produkte gekauft zu haben – 14 Prozent mehr als noch im Jahr 2009.

Wie erkennst du fair gehandelte Produkte?

Wenn du bei deinem „fairen Einkauf“ sichergehen willst, bist du im Weltläden, den Fachgeschäften des Fairen Handels, an der richtigen Adresse. Diese bieten nur Produkte von Lieferanten an, die als fair anerkannt worden sind. Im Supermarkt solltet ihr lieber skeptisch sein. Denn zum bewussten Einkaufen gehört auch, sich darüber zu informieren, für was die einzelnen Siegel stehen. Grundsätzlich könnt ihr  auf die Siegel von Fairtrade oder Naturland Fair achten – diese halten sich an die internationalen Kriterien des Fairen Handels und sind vom Forum Fairer Handel anerkannt. Jene machen ihre Kriterien transparent und kontrollieren, ob diese bei der Produktion auch eingehalten werden.

Natürlich ist es auch nicht schlecht, sich einige der oft verwendeten Logos einzuprägen, damit der nächste Einkauf auch ohne Blick auf‘s Smartphone klappt:

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