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Konsum
#fairhandeln

Kein Essen in die Tonne

Jeden Tag werfen wir Unmengen an Essen weg – weil wir zu viel kaufen oder keinen Überblick haben, was in unserem Kühlschrank schlummert. Ein bewusster Konsum kann die Millionen Tonnen an Essensmüll reduzieren.

Maxi, 20 Jahre

Die Milch, die wir im Kühlschrank vergessen haben und die dann schlecht geworden ist. Oder die Packung Eier, die wir gekauft haben, obwohl noch eine halbvolle Packung da war: Beides landet irgendwann im Müll – Wer kennt das nicht?

Die vermeintlich kleinen Einzelfälle führen dazu, dass in Deutschland jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen. Privathaushalte werfen vor allem Obst und Gemüse weg, gefolgt von Brot und Backwaren. Allerdings werden auch bereits zubereitete Gerichte, also Essensreste, weggeworfen. Insgesamt gelangen so rund 55 Kilogramm Lebensmittel pro Person und pro Jahr in die Tonne.

Aber nicht nur in privaten Haushalten wird viel weggeworfen, auch Supermärkte oder Bäcker tragen zum Wegwerf-Wahnsinn bei, weil sie einerseits bis Ladenschluss nahezu das gesamte Sortiment vorrätig haben müssen, gleichzeitig aber frisch zubereitete Lebensmittel am nächsten Tag nicht noch einmal anbieten dürfen. Hinzu kommen beim Transport beschädigte Lebensmittel, die nicht verkauft werden. So fallen im Handel jährlich rund 550.000 Tonnen Lebensmittelabfall an.

Was bewusster Konsum verbessern kann

Wir leben in einer Konsum- und Überflussgesellschaft. Lebensmittel sind für uns praktisch jederzeit verfügbar. Vor allem wenn man mit leerem Magen einkaufen geht, landet oft viel mehr im Einkaufskorb, als man eigentlich braucht. Beim Kampf gegen Lebensmittelverschwendung sind deshalb auch wir als Konsument*innen gefragt: Wir sollten lieber weniger und dafür bessere und faire Lebensmittel kaufen. Die kosten zwar tendenziell mehr, aber dafür bekommt ihr eine bessere Qualität und haltet euren CO2-Fußabdruck niedrig und eure Karma-Punkte hoch – und im Geldbeutel macht es sich am Ende kaum bemerkbar, weil man durch bewusstes Einkaufen sogar eine ganze Menge Geld sparen kann.

5 Tipps für bewussten Konsum

  1. Es kann helfen, wenn ihr euren Einkauf im Voraus plant, beispielsweise mit dem altbekannten Einkaufszettel. Nur wer sich einen guten Überblick verschafft, was noch da ist und was wirklich noch gebraucht wird, verringert das Risiko zu viel zu kaufen und am Ende des Tages verdorbene Lebensmittel wegschmeißen zu müssen.
  2. Gerade bei Obst und Gemüse lieber kleine Mengen als riesige Vorratspackungen kaufen.
  3. Druckstellen oder eine schrumpelige Oberfläche verändern meist nichts an dem Geschmack und sind kein Grund, Früchte und Gemüse wegzuwerfen.
  4. Man sollte sich nicht vom Mindesthaltbarkeitsdatum irritieren lassen, sondern lieber auf seine eigenen Sinne, durch Beurteilen von Geruch, Aussehen und Geschmack verlassen. Nur, weil etwas das Datum überschritten hat, muss es noch lange nicht schlecht sein!
  5. Achte bei deinem Kauf auf ökologisch und fair produzierte Produkte. Nachhaltig hergestellte Produkte stammen seltener aus Massenproduktion und die Rohmaterialen der Produkte sind meist hochwertiger als die von konventionellen.

Zu gut für die Tonne

In den letzten Jahren hat sich auch der Staat bemüht, etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun. So entwickelte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Projekt „Zu gut für die Tonne. Neben einer Website gibt es eine App, die Rezepte für Lebensmittelreste anzeigt, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt miteinander kombiniert hätte. Auf der Website finden sich außerdem viele hilfreiche Tipps zum nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln, wie zum Beispiel einen Ratgeber, wie ihr bestimmte Lebensmittel lagert, damit sie länger halten.

Kreative Tipps zum Umgang mit Resten

  • Wie wäre es mit einer Reste-Dinnerparty? Jede*r eurer Freund*innen bringt Reste von Zuhause mit, die ihr dann gemeinsam „verkochen“ könnt.
  • Es geht für einige Tage weg von Zuhause aber der Kühlschrank ist noch voll? Klingelt bei euren Nachbarn und fragt sie, ob sie etwas von den Dingen wollen, die ihr so kurzfristig nicht mehr verwerten könnt.
  • Nutzt Apps wie foodsharing, über die Privatpersonen oder Betriebe überschüssige Lebensmittel abgeben können.

Die Faire Woche wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch MISEREOR und durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des

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