Esst faire SchokoladeQuelle: Inkota
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#fairhandeln

Esst faire Schokolade!

Dunja, 22 Jahre

Frau isst SchokoladeQuelle: JANIFEST/istockphoto.com
Unser Körper benötigt Aminosäuren, um Botenstoffe herzustellen. Tryptophan ist eine der Aminosäuren, die in Kakaopulver zu großen Anteilen enthalten ist. Mit ihr kann der Körper den „Glücksbotenstoff“ Serotonin herstellen, der uns vor Depressionen und Angstzuständen bewahrt. Ein*e Deutsche*r verdrückt durchschnittlich ganze 11,7 Kilogramm Schokolade im Jahr – umgerechnet in verkaufsübliche 100g-Tafeln ergibt das stolze 117 Stück. Wie viele von deinen Glücksgefühlen verdankst du der Schokolade?

Woher kommt die Schokolade?

Bis zur fertigen Schokolade ist es ein weiter Weg. Dieser beginnt in den Ländern rund um den Äquator, denn der Kakaobaum benötigt tropisches Klima, um gut zu gedeihen. Mittlerweile wachsen 70 % des weltweit angebauten Kakaos in Westafrika, wobei die Elfenbeinküste und Ghana als Hauptanbauländer gelten. Ursprünglich stammt der Kakaobaum aus Mittel- und Südamerika, wo heute nur noch 15 % des weltweiten Kakaos wachsen.

Von der Bohne bis zur Tafel

Kleinproduzent*innen und deren Arbeiter*innen bilden den Anfang der Lieferkette. Mit Macheten ernten sie die Kakaoschoten, aus deren Fruchtfleisch rund 20-30 Kakaobohnen ans Tageslicht gelangen. Die Bohnen werden fermentiert, gewaschen, getrocknet und danach in Säcke verpackt. Obwohl diese Schritte sehr arbeitsintensiv sind, erhalten Kakaobauern nur 6,6 % des Geldes, das Konsumenten für eine Tafel Schokolade bezahlen. Die fertig verpackten Kakaobohnen werden über Zwischenhändler an Exporteure verkauft und durch diese an Kakaoverarbeitungsunternehmen in den globalen Norden geliefert. Dort verarbeiten Unternehmen die Bohnen zu Kakaomasse, aus der neben Schokolade auch Kakaobutter und –pulver hergestellt werden. Bei den Schokoladenherstellern entsteht das fertige Produkt, was danach in den Einzelhandel gelangt. Schokoladenhersteller erhalten 35,2 % des Verkaufspreises, der Einzelhandel sogar 44,2 %, muss davon allerdings noch 7 % Mehrwertsteuer bezahlen.

Probleme in den Anbauländern

Aus der prozentualen Verteilung des Erlöses einer Schokoladentafel lässt sich ohne viel Aufwand feststellen, dass Kleinproduzent*innen und besonders ihre Arbeiter*innen ein schlechtes Geschäft machen. Geringe Löhne führen zu Armut, die es für viele Familien erforderlich macht, ihre Kinder auf den Plantagen arbeiten zu lassen, um die Familie zu versorgen. Auch die Anzahl an Kindersklaven, die meist aus Nachbarländern als billige Arbeitskräfte auf die Plantagen verschleppt werden, ist hoch. Oftmals ist es den Kindern nicht möglich, eine Schule zu besuchen. Die meisten Menschen arbeiten auf den Kakaoplantagen ohne Schutzkleidung, Krankenversicherung, Arbeitsvertrag, ausreichend Lohn…

Was hat Kakao mit Klimawandel zu tun?

Da sich viele Menschen erhoffen, durch eine höhere Produktion mehr zu verdienen, weiten sie ihre Plantagen aus. Die dort natürlicherweise wachsenden, zu großen Teilen geschützten, Regenwälder weichen Kakaoplantagen. Allein in der Elfenbeinküste ist die Regenwaldfläche – unter anderem für den Kakaoanbau – von 1960 mit 16 Millionen Hektar auf weniger als 2 Millionen Hektar im Jahr 2010 zurückgegangen. Die gerodete Fläche entspricht der doppelten Fläche Bayerns.
Durch Brandrodung und fehlende Bäume zur CO2 Bindung trägt die Ausweitung von Plantagen zur Erderwärmung bei. Forscher prognostizieren für die Elfenbeinküste und Ghana bis 2050 eine Klimaerwärmung von bis zu zwei Grad. Große Teile dieser Länder sind dann aufgrund von Trockenheit nicht mehr als Kakaoplantage nutzbar.

Mach mit: Kampagnen zum Thema „Faire Schokolade“

Geht’s auch anders?

Akteure im Fairen Handel haben es sich zur Aufgabe gemacht, Produkte so herzustellen, dass auch die Menschen am Anfang der Lieferkette von deren Tätigkeit leben können. Dazu schließen sich mehrere Kakaobäuer*innen zu einer, sich gegenseitig unterstützenden, Kooperative zusammen. Menschen entscheiden dort gemeinsam über Projekte wie Schulbau, Gesundheitsvorsorge oder Weiterbildung. Das Geld stammt von Prämien, die Bäuer*innen als Fair-Handels-Lieferanten neben besseren Löhnen erhalten. Für den Fairen Handel bestehen internationale Kriterien. Diese umfassen gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung, keine Kinder- und Zwangsarbeit, Respekt gegenüber der Umwelt, Transparenz und Rückverfolgbarkeit sowie Möglichkeiten für benachteiligte Produzent*innen am Markt teil zu haben.

Esst faire Schokolade!

Unter allen fair gehandelten Produkten in Deutschland belegt Schokolade mit einem Anteil von nur 4 % einen der hinteren Plätze. Damit Schokolade nicht nur uns glücklich macht, sondern auch den Produzenten in den Anbauländern bessere Perspektiven verschafft, teile dein Glück und kaufe faire Schokolade. Denn geteiltes Glück ist doppeltes Glück.

Woran erkennst du Produkte aus Fairem Handel?

Die Faire Woche wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch MISEREOR und durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des

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